es ist seltsam, von dir zu träumen, dann aufzuwachen und zu wissen, dass ich dich vielleicht nie wieder sehe. oder - wenn doch - dass du wohl nicht mit mir sprechen wirst.
ich hatte geburtstag und war in meiner wohnung (die viel größer war als sonst, zur straße hin lag und auch noch in der heimat stand). plötzlich hörte ich rufe und ich sah dich und deine freundin. ich hatte dich kurz zuvor von der straßenbahn aus beobachten können - du hattest lange schwarze dreads. jetzt aber waren die haare ziemlich kurz und es stand dir so gut! ich schaute vorsichtig zwischen meinen rollos hindurch, weil ich plötzlich angst hatte, du wärst nur gekommen, um mich zu ärgern oder dich lustig zu machen. stattdessen riefst du mir jedoch zu, ich solle endlich das fenster öffnen! ich tat es und sah, dass noch ein freund von dir (und auch mir) dabei war, ihr wart gekommen, um mich an meinem geburtstag zu überraschen. zuerst kletterte er eine leiter hoch, die an meiner hauswand stand, und überreichte mir ein geschenk. dann kamst du. doch anstatt sofort wieder zu gehen, kamst du zu mir herein und wir sahen uns kurz einfach nur an. es war ein bisschen wie früher, aber auch ganz anders und ich konnte nicht anders, ich musste deine haare berühren, die nun so kurz waren. schließlich zeigte ich dir meine wohnung, zu der plötzlich auch ein garten gehörte. wir gingen hinaus, während die anderen (meine gäste), drinnen blieben, damit wir ungestört waren. im garten blieben wir nahe bei einer tanne stehen und sahen uns wieder an - und plötzlich mussten wir grinsen. du sahst mich neckend an und fragtest, ob ich immernoch so gut küssen könne und ich antwortete, dass du das wohl ausprobieren müsstest. also legtest du die arme um meine hüften und beugtest den kopf ein wenig hinab - so wie früher. und ich stellte mich auf die zehenspitzen und neigte den kopf nach oben - so wie früher. war das wirklich schon so lange her? dein kuss fühlte sich ein wenig wie nachhausekommen an, so vertraut und ein bisschen ungewohnt zugleich. meine hand strich über deine wange und fuhr durch dein haar. irgendwann lösten wir uns voneinander und du sagtest, du müssest nun gehen. ich nickte stumm und wünschte mir, du würdest bei mir bleiben. wir zwei gegen den rest der welt. doch stattdessen begleitete ich dich noch nach vorn zum gartentor und sah dir nach, wie du zu deiner freundin gingst, die mir noch entgegenrief, es sei schön, dass wir uns endlich mal kennengelernt hätten. ich war nicht einmal richtig traurig, eher etwas wehmütig, weil ich nicht wusste, wann wir uns das nächste mal sehen würden.
wenn ich wieder zuhause bin, werde ich endlich die alten briefe lesen, die du mir geschrieben hast. ich habe sie zusammen mit unseren fotos und den anderen dingen in eine violette kiste getan und weggestellt. wir waren toll zusammen, und auch wenn es vorbei ist, ist es schön, sich zu erinnern. daran wie du warst. und auch daran, wie ich war.
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