Manchmal liege ich am Abend im Bett und plötzlich fällt mir etwas ein. So wie gestern. Ich lag da und mir kam etwas in den Sinn, über das ich einen Moment nachdenken musste. Aber es stimmt.
Ich weiß nicht einmal mehr, wie sich meine Hand in seiner anfühlte, wenn wir durch die Straßen liefen.
Ich versuchte dann, es mir vorzustellen. Seine Haut, seine Fingerspitzen. Aber da war nichts mehr. Nur ein Bild, so als schaute ich von außen auf uns herab. Und mir wurde klar, dass das ganz natürlich ist. Ich kann auch nicht sagen, dass ich darüber traurig war. Ich stellte es einfach fest. So wie ich vor einigen Wochen (oder Monaten?) bemerkte, dass ich nicht mehr wusste, wie es war, ihn zu küssen. Wie es sich anfühlte, wenn er sich gerade rasiert hatte oder sein Bart bereits nachwuchs. Nachdem die Gefühle gingen, verschwindet nun nach und nach die Erinnerung daran, wie er sich angefühlt hat. Natürlich erinnere ich mich an ganz viele schöne Dinge, die wir gemeinsam erlebt haben, und Momente, die wir teilten. Aber es ist, wie es eine Bekannte so schön sagte... "Ich komm' nicht ins Gefühl." Und obwohl das wohl irgendwie traurig sein sollte, so kann ich doch nicht mehr tun als es mit Staunen feststellen und hinnehmen. Denn immer, wenn etwas Altes geht, kommt auch zugleich etwas Neues.
Und so sammele ich nun stattdessen neue Erinnerungen und Gefühle. Und wenn ich mich manchmal auf die Zehenspitzen stelle, um denjenigen zu küssen, der mein Herz dazu bringt, schneller zu schlagen und manchmal kurz auszusetzen, muss ich ein wenig Lächeln. Weil ich weiß, dass der Tag kommen wird, an dem ich mich an diesen Augenblick erinnern werde. Und wenn ich dann daran denke, wie sich seine Lippen auf Meinen anfühlen, wird mein Herz ein wenig schneller klopfen.
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2 Kommentare:
ich mag es so, wie du schreibst...
es ist so schön. ich kann nachempfinden, über was du redest. ich konnte mich irgendwann nicht mehr an seinen geruch erinnern. und ganz plötzlich auch nicht mehr an seine stimme. zwar an all die worte und wie sich seine lippen dabei formen, aber nicht an seine stimme. es geht irgendwann verloren.
aber jetzt weiß ich es wieder. seit ich ihn gesehen und gehört und gespürt habe. vielleicht das allerletzte mal!
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