VIER TAGE.
viel Arbeit. Schnell einen Eimer Farbe und Malerzubehör kaufen. Den Eimer knapp fünfzehn Minuten Weg auf dem Kopf und hoch in die Wohnung tragen. Musik anmachen, alle Möbel in eine Ecke schieben und alles abkleben. Streichen bis zur Erschöpfung, Pizza, Cola und Eis bestellen. Auf dem Bett liegend essen, mit Mama telefonieren und sich gut fühlen. Am nächsten Morgen mit dem Gedanken "Bitte heute nicht neun Stunden - bis zweiundzwanzig Uhr - arbeiten müssen..." Trotzdem aufstehen, nachspüren, an welchen Stellen der Muskelkater am Schlimmsten ist, duschen und zur Arbeit fahren. Anschließend auf Grund eines kurzen Engerieschubes noch zu einer Bar fahren, von der Haltestellte abgeholt werden und neue Menschen kennenlernen. Ein interessantes Gespräch mit einem Gutmenschen führen und mit einem ganz leisen Lächeln spüren, wie sich seine Hand vorsichtig auf mein Bein legt... Und dort liegen bleibt. Irgendwann nach Hause fahren, unterwegs noch einen Döner holen und essen. Aufbleiben, bis es schon beinahe hell wird, kaum schlafen und am nächsten Morgen alle Möbel in die andere Ecke schieben. Wieder abkleben und die verbleibenden Wände streichen - zu zweit. Musik hören, sich gut unterhalten und auch diese Nacht gemeinsam verbringen. Wieder erwachen und ein leises "Was hältst du davon, wenn ich kurz zum Arzt gehe und du noch liegenbleibst?" hören. Sich umdrehen, jedoch erst einschlafen, als sich der Schlüssel in der Tür umdreht. Frühstücken und die Serie weiterschauen. Anstatt gegen Mittag nach Hause zu gehen Löcher bohren, mit Heißkleber hantieren und sich noch einmal ins Bett kuscheln. Den Nachmittag dort verbringen, irgendwann wieder aufstehen, essen machen und einen Film gucken. Und dann: nach Hause fahren. In der S-Bahn sitzen und der Musik lauschen, fröstelnd nach Hause laufen und die letzten Möbel wieder an ihren Platz rücken.
Was bleibt:
Eine Blutblase am Zeh und ein entzündeter Daumen. Eine angenehme Müdigkeit, Muskelkater in den Beinen. Die Erkenntnis, das nichts so schlimm ist wie die eigene Vorstellungskraft. Ein neues Zimmer und stolz darauf, es einfach so gemacht zu haben. Das Gefühl der Hand auf dem Oberschenkel. Sicherheit. Zugehörigkeit. Das Kribbeln.

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