Dienstag, 8. Dezember 2009

GEDANKEN.

gerade habe ich mich durch das blog "aus der sockenschublade" gelesen und bin dabei auf ein interessantes zitat gestoßen, über das ich nun nachdenken muss.

Entweder erzählt man uns als Kindern,
wir könnten alles schaffen.
Oder man erzählt uns,
wir würden ja doch nur scheitern.

in eben genanntem blog ging es darum, welcher von beiden gedanken sinnvoller oder vielleicht auch hilfreicher für ein kind ist. ich selbst vertrete in diesem punkt eine recht eindeutige meinung, einfach auf grund eigener erfahrungen und den dingen, die herr fuchs mir manchmal aus seiner kindheit erzählt. im prinzip haben wir genau unterschiedliches erlebt, während seine eltern im stets erzählten, er könne dies und jenes sowieso nicht schaffen, wurde ich mit dem gedanken aufgezogen, wenn ich wolle, dann könne ich alles schaffen. ich wage zubezweifeln, dass meine eltern mir absichtlich das leben "leichter" machen wollten, vielmehr waren und sind sie der ansicht, dass man vieles erreichen kann, wenn man es nur wirklich will. und so habe auch ich es erlebt, was sicherlich mit dem zusammenhängt, was sie mir als kind gesagt haben. ich wusste immer, dass meine eltern an mich glauben und deswegen habe ich stets versucht, das beste zu geben. und wenn ich mal scheiterte dann war das auch kein drama - das leben geht weiter.

einmal, als ich besonders traurig darüber war, wieder einmal eine schlechte mathenote kassiert zu haben, strich mir meine mutter einfach über den kopf und meinte "du hast alles gegeben. du hast viel gelernt, mehr konntest du nicht tun. vielleicht wird die nächste arbeit schon wieder besser." sie haben sich über mein abitur gefreut, auch wenn es schlechter war als das meiner freundinnen. einfach weil sie wussten, dass ich mich dafür angestrengt hatte. selbst heute noch bin ich der überzeugung, dass mein abitur nicht besser geworden wäre - ich habe einzeln betrachtet in jedem fach das gegeben, was ich konnte. so einfach ist das.

und manchmal liege ich nachts neben meinem herrn fuchs im bett und bin wütend. weil er das nie gelernt hat. weil er noch heute so große probleme damit hat, an sich zu glauben. weil er in der festen annahme aufwuchs, er könnte sowieso nichts schaffen. weil ihm immer jemand gesagt hat, dass das nicht geht. dass er nicht gut genug ist.

Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen:
Wurzeln und Flügel.

mich würde nun aber auch interessieren, wie andere das erlebt haben und wie sie es heute sehen. was ist eure meinung?

3 Kommentare:

Lisa hat gesagt…

Interessante Gedanken.
Ich muss mich deiner Meinung voll und ganz anschließen. Auch mir hat man immer gesagt, ich koenne es sowieso nie schaffen, ich sei zu dumm, zu ungeschickt etc..
Das beeinflusst einen enorm, vor allem als Kind. Als Kind kann man nicht unterscheiden, ob das was die Eltern sagen nun wahr ist oder nicht, als Kind nimmt man das, was einem die Eltern vorpredigen, so an und glaubt das.
Und wenn man immer mit dem Glauben aufwaechst, man koenne ja nur scheitern, dann macht einem das natuerlich Probleme, ganz klar.
Ich hatte das Glueck, dass es den Helden gab. Er war derjenige, der mir beigebracht hat, dass es sehr wohl Leute gibt, die an mich glauben und dass man wirklich alles schaffen kann, wenn man nur will.
Ohne ihn wuerde ich heute vermutlich immer noch nicht an mich glauben.
Du kannst dich wirklich sehr gluecklich schaetzen, dass du so tolle Eltern hattest :) Ich finde es extrem wichtig, seine Kinder immer zu unterstuetzen und ihnen Hoffnung zu schenken.

Alles Liebe <3

Anonym hat gesagt…

Ich finde es super, dass du dazu einen Kommentar geschrieben hast, darauf arbeiten wir Blogschreiber ja letztlich irgendwie alle hin: Ein Thema ins Rollen zu bringen. ;)
Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie man seine Kinder erziehen sollte und glaube deswegen an einen gesunden Mittelweg: Genügend Realismus, aber mehr als genug Vertrauen in das eigene Kind. Vorbereitung auf die harte Realität, aber nicht Abhärtung gegenüber ihr. Kinder zu erziehen, das ist so eine irre Verantwortung und oftmals wollen die Kinder später ja doch ein ganz anderes Leben als ihre Eltern führen. (So geht es mir zum Beispiel. Ich möcht unter keinen Umständen das Leben meiner Eltern führen, auch wenn sie bei meiner Erziehung, so denke ich, einen ziemlich guten Mittelweg zwischen "zu viel" und zu wenig" gefunden haben.

Viele Grüße und einen schönen Dienstag noch!

lady m hat gesagt…

Ein sehr wichtiges Thema, was Du da ansprichst.

Das, was uns die Eltern bereits in die Wiege legten, begleitet uns ewig- bis ins Erwachsenenalter hinein.
Da ist es leider manchmal gar nicht so einfach, sich von manchen vermittelten Werten, Weltansichten etc zu lösen.

Ich gehöre selbst zu der Kategorie Mensch, die- wie scheinbar Dein Mann/ Freund- ebenfalls ein sehr schlechtes Selbstbild vermittelt bekomme habe.
"Du kannst nichts, Du bist zu klein/dick/sonstewas, Schau mal, was x schon alles geleistet hat- und Du?? , ..."
klar- solche Aussagen hinterlassen Spuren. Sich davon zu lösen ist ein immerwährender Prozess.
Wichtig sind dort Menschen, die mit an einem glauben. Unterstützen. Mut machen.
Notfalls mit fachlicher Unterstützung.

Ich glaube, ich bin mitten in diesem Finden. Das Erkennen, dass ich ganz anders bin- und das auch ganz gut so ist. Ich wünschte, ich könnte das irgendwann meinen Eltern sagen.
Alles Gute für Dich!