ich glaube, ich muss nochmal mehr schreiben. ich weiß nur nicht, wo ich anfangen soll. gestern vormittag hatte ich einen weinkrampf auf einer kindergartentoilette. und danach habe ich nochmal vier stunden geweint - beim zweiten mal aber zum glück in den armen von meinem herrn fuchs, der mich festgehalten und mir mut zugesprochen hat. ich versuche, irgendwo einen anfang in diesem wirrwarr zu finden und hoffe, es stört niemanden, wenn es am schluss durcheinander ist. ich schreibe einfach die gedanken in der reihenfolge auf, in der sie kommen. manch einer mag dem ein oder anderen vielleicht dumm vorkommen oder einfach, aber das sind wahrhaftig sachen, die mich bewegen und beschäftigen.
zuerst einmal: ich kann mir nicht vorstellen, die nächsten zwanzig jahre zur arbeit nur noch jeans und wanderstiefel zu tragen. wer mich kennt weiß, ich bin einfach nicht so. ich liebe röcke und kleider, hohe schuhe, schmuck, strumpfhosen... eben all diesen mädchenkram. ich bin ein richtiges mädchen. ich möchte nicht überall essensreste an meinen kleidern haben, keinen abgeblätterten nagellack und schware ränder unter den fingern. ich möchte morgens aufstehen und etwas anziehen, in dem ich mich richtig wohlfühle. in meinem schrank befindet sich eine einzige jeans, ich habe knapp 20 (oder 25?) paar pumps. muss ich noch mehr dazu sagen? und dann fühle ich mich nicht wohl dort. zwei der erzieherinnen sind wirklich nett, aber die anderen sind... es ist schwer zu erklären, vielleicht ist das passende wort robust? sie meinen es vielleicht nicht einmal böse, aber wann immer ich irgendwohingehe, werde ich weggeschickt. ich war noch nie so allein unter so vielen menschen. zum beispiel gestern, als alle(!) anderen zusammensaßen und eis aßen, weil s. geburtstag hatte. ich kam dazu und der erste satz war: du kannst dir auch eis nehmen, aber setz dich danach doch bitte nach unten, damit jemand auf die kleinen aufpassen kann. also saß ich allein auf einer bank im garten. und es tut mir leid, aber das bin ich von anderen praktika nicht gewohnt, vor allem nicht am dritten tag. man wird nicht sofort allein gelassen - ich weiß schließlich noch gar nicht genau, wie das alles läuft und auch die kinder kennen mich noch nicht so gut. das fand ich wirklich furchtbar, da zu sitzen, und die anderen sitzen oben und haben spaß (und pause). dieses wegschicken ist schon mehrmals passiert. alles in allem: ich will es nicht machen. und das hat mich gestern in eine ganz tiefe krise gestürzt. ich war vollkommen verunsichert, habe an mir gezweifelt, mir vorwürfe gemacht, hatte schuldgefühle. während ich das alles schreibe, möchte ich schon wieder weinen. aber mein herr fuchs war da, er hat mir gesagt, was ich schon vorher wusste: dass es nicht wichtig ist, was andere von mir denken. und wenn ich mit 21 noch nicht genau weiß, was ich will (dafür aber, was ich nicht will), dann ist das nicht schlimm. ich kenne menschen, die mit 26 noch nicht wussten, was sie wollten und ich kenne menschen, die einen job gemacht haben - anderen zuliebe - und davon krank geworden sind. ich habe gestern aufgeschrieben, was ich gerne mache, was ich nicht mag, usw. und mir ist bewusst geworden, dass ich eher in den künstlerischen bereich gehen möchte. ja, ich kann wirklich gut mit kindern umgehen, aber ich möchte nicht die nächsten zwanzig jahre lang nur noch mit ihnen arbeiten. eben war ich im berufsinformationszentrum und habe mich informiert. und vielleicht wäre es möglich, eine ausbildung zu machen. ich werde den rest des tages damit verbringen, e-mails zu schreiben um mir ein (oder mehrere) schnupperpraktika zu suchen. ich möchte rausfinden, was ich will, und das lieber mit mehreren kurzen praktika als mit einem langen praktikum. im moment geht mein interesse in richtung raumausstatterin / innenarchitektin / gestalterin für visuelles marketing.
8 Kommentare:
Ich bin wirklich glücklich, dass ich dieses "Problem" nie hatte. Ich wusste immer, dass ich Lehrerin werden will und ich bin damit bisher auch total glücklich. Ich drücke dir die Daumen, dass du auch bald etwas findest, was dich glücklich macht. Das man dich im Praktikum stehen lässt finde ich aber auch nicht richtig.
Ach Liebes, ich kenne das so gut. Noch im letzten Jahr bin ich in ein sooo tiefes Loch gefallen weil ich einfach nicht wusste, was ich machen will, was ich WERDEN will.
Und gerade als ich dachte ich finde nie was, fiel mir ploetzlich der Fami-Beruf in die Haende, ganz durch Zufall (eine Frau hat mir bei der Berufsmesse einen Flyer dazu in die Hand gedrueckt) und ich wusste DAS IST ES.
Ich glaube ganz fest, dass du das Richtige auch noch finden wirst.
Sieh nur, wie es vorher bei mir war. Ich war in Schweden im Kindergarten, hab das abgebrochen. Dann im Krankenhaus - abgebrochen.
Aber ich hab trotzdem noch das Richtige gefunden.
Manchmal muss man einfach verschiedene Dinge ausprobieren und merken, dass es doch nicht das ist, was man will. Das ist voellig okay. Und es ist nicht schlimm wenn du es doch nicht mehr machen willst. Auch aus solchen Erfahrungen lernt man.
Als Fachangestellte fuer Medien- und Infodienste kann man uebrigens auch tolle Klamotten anziehen ;D
Ich denk an dich und nicht vergessen.. Das Richtige wird kommen, versprochen <33
Gib dir ein bisschen Zeit.
Hallo,
das mit den Klamotten...anziehen wo man sich wohl drin fühlt, wo man weiß "Das bin ich", das kenne ich wahnsinnig gut, auch jobtechnisch und kann es total nachempfinden.
Ich find es super, dass du ein wenig ausprobieren willst. Du kennst ja meinen "Werdegang" und nie hätte ich gedacht, dass aus diesem ersten Praktikum so etwas wird und ich merke, dass da soviel Liebe zu diesem Beruf ist.
Ich schick dir Sonne, Stehaufmännchen.
Er hat eine 21-Jährige kennegelernt [eigentlich steht er ja auch Ältere] und es war Liebe auf den ersten Blick. So simpel.
Zu wissen, was man nicht will, ist schon viel wert - du hast noch genug Zeit um rauszufinden, was du willst. Und du wirst es eines Tages wissen, ganz bestimmt. :)
Liebe Grüße.
hmm, das macht mich traurig, sowas zu lesen. mir ginge es gleich wie dir.
Ich mag es nicht in viele menschen reingesteckt zu werden und von denen dann allein gelassen werden.
ich hoffe du findest bald das, was du wirklich machen möchtest.
ich bin auch noch ein wenig auf der suche, auch wenn ich meine ausbildung abgeschlossen habe, das gleiche möchte ich nicht mehr mein ganzes leben machen, ich glaube, das ist noch etwas, das ich besser kann...ich weiss nur noch nicht was...
Ich glaube ganz viele Menschen wissen, wenn sie alt sind, noch nicht einmal was sie wirklich wollen... Oder sie denken nur, dass sie es wollen, weil es irgendwie mal interessant war...
Ich find's gut auszuprobieren, was man nicht will. Denn dabei kann man sich dann sicher sein.
ich bin fast 25 und habe das gleiche oder ein sehr änliches problem. mir fehlt zur erzieherausbildung nur noch ein halbes jahr im beruf (im moment muss ich krankheitsbedingt pause machen -- siehe mein blog). ich habe es genauso erlebt ie du. eigentlich noch viel viel schlimmer. nun weiß ich auch gar nicht mehr was ich will. kann dich also sehr gut verstehen. aber mit 21 hast du ja echt noch viel zeit. wirklich.
liebe grüße!
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