es ist viel passiert, und eigentlich weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. freitag war schrecklich. ich versuche, mein wochenende jetzt chronologisch zusammenzufassen, aber ich weiß nicht, ob mir das gelingt. am freitag musste ich mal wieder einkaufen, so richtig. es fehlte eigentlich alles, also schnappte ich mir den rucksack des besten und ging los. anschließend beschloss ich, noch seinen laptop aus seiner wohnung zu holen, da er mich darum gebeten hatte (er braucht ihn oft für hausaufgaben, etc.). auf dem weg dorthin fühlte ich mich einfach komisch. nicht schlecht oder gut, einfach daneben. das ist wohl die beste bezeichnung - ich stand neben mir. wieder hier wurde es dann nicht besser. ich schaffte es gerade noch, etwas für's abendessen vorzubereiten, von da an lag ich eigentlich nur noch auf dem bett, unfähig, etwas zu tun. ich hatte keinen hunger, keinen durst, alle bedrüfnisse schienen verschwunden. ich wollte einfach nur schlafen. irgendwann kam dann mein bester und es genügte wohl ein blick, um mich zu durchschauen. er erzählte mir anschließend, dass ich einfach nur dasaß, mehrere stunden, während er versuchte, zu mir durchzudringen. ich bin ihm so dankbar dafür, dass er nicht gegangen ist. schon seit tagen hatte ich das gefühl, keine luft zu bekommen und dann kam noch das dazu. er sagte mir, ich habe kaum geantwortet, sei seinem blick ausgewichen... wie ein zombie. irgendwann war es dann soweit, er rief bei einer notrufhotline an, weil ich mich weigerte, irgendetwas zu tun oder mit irgendjemandem zu reden. das einzige, was mir in situationen wie diesen bisher geholfen hat war das schneiden. ich habe es nie ausgehalten, mich so leer zu fühlen. am liebsten hätte ich geweint, doch es kamen keine tränen. bis mein bester sich hinlegte, mich einfach in den arm nahm, und von der zukunft sprach. es waren zwar nur zwei, drei tränen, aber sie genügten, um mich zurückzuholen. irgendwann gegen fünf sind wir dann endlich eingeschlafen. samstag ging es mir schon besser, aber ich fühlte mich immer noch komisch. also frühstückten wir ganz in ruhe und machten eigentlich nicht viel außer lesen und fernsehen. schließelich überredete mein bester mich aber doch, kurz rauszugehen. also holten wir uns dvd's und riesenpizza und der abend waurde sogar wirklich schön. sonntagnachmittag gingen wir dann zu ihm und kochten zusammen. und dann heute... ich hatte ihm am freitag versprochen, dass wir montag endlich zu meinem hausarzt gehen, damit ich mir hilfe suche. was soll ich sagen... letzte nacht habe ich kaum geschlafen, ich hatte schweißausbrüche, magenkrämpfe, wollte um nichts in der welt dorthin. irgendwie hat er mich tatsächlich dorthin gebracht und ich konnte endlich ein wenig reden. heraus kam ich mit einer telefonnummer, die ich nun noch anrufen muss. es ist die nummer eines krisentelefons der stadt, die psychotherapeuten vermitteln, etc.
ich habe nur ein riesiges problem: es passt nicht zu dem bild, dass ich anderen gern vermitteln möchte, dass ich hilfe brauche. ich fühle mich einfach furchtbar... bedürftig. auf der anderen seite muss ich einfach sehen, dass ich probleme habe und vielleicht nicht einmal so kleine, wie ich gern tue. darum habe ich vorhin einfach mal aufgeschrieben, welche symptome ich habe, bzw. wie sich mein körper oder meine psyche wege suchen, sich auszudrücken, weil ich vehement schweige, wenn es um erinnerungen (tod, trennungen, etc.) geht. und was soll ich sagen? die liste ist länger, als ich dachte. und trotzdem kann ich das nicht ernst nehemn. ich fühle mich schrecklich, weil ich denke, dass andere die hilfe viel nötiger hätten, dass ich nur aufmerksamkeit suche. ich habe wirkliche angst davor, dass mich jemand ertappen könnte, dass ich gar nichts habe, sondern nur beachtung möchte (auch wenn es dazu nicht passt, dass ich alles verstecke und runterdrücke). trotzdem habe ich beschlossen, auch hier einfach aufzuschreiben, was mir fehlt.
ich habe phasenweise atembeschwerden (das gefühl, nicht richtig luft zu bekommen, druck auf dem brustkorb, stiche im herzen, herzstolpern), ich bin eigentlich immer erschöpft, bzw. müde, auch wenn ich keine körperlich anstrengenden tätigkeiten verrichte und genug schlaf habe, ich habe stimmungsschwankungen, die meine beziehung beeinträchtigen, ich habe weinkrämpfe, ich schneide, seitdem ich 14 bin, ich habe sehr starke verspannungen am ganzen körper (sogar im gesicht), ich habe zeitweise ein schlechtes körpergefühl (kaum schmerzempfinden, kein hunger- oder durstgefühl), ich fühle mich manchmal taub und bin zeitweise unfähig, irgendetwas zu tun.
warum kann ich mich nicht einmal ernst nehmen? am mittwoch muss ich nochmal zu meinem hausarzt, zum blutabnehmen, blutdruckmessen und herz abhören. also sollte ich bis dahin bei dieser nummer angerufen haben. es fällt mir nur so verdammt schwer. ich habe angst.
3 Kommentare:
es gibt NIE einen besseren weg, als sich hilfe zu holen, vielleicht siehst du es mal von einem anderen standpunkt- es hat auch etwas mit selbstfürsorge und verantwortungsgefühl zu tun, sich Hilfe zu holen!
Und es gibt keine Klassifizierung bei Hilfe: der braucht es nicht so dringend, der dafür schon. Dir gehts schlecht. PUNKT. Das ist Grund genug, dass du dir Hilfe holst.
Ich wünsch dir, dass du es annehmen kannst, weil du es brauchst.
Alles Liebe
Ich schick dir viel Kraft für heute.
Ich denk an dich. Es kann ein Schritt nach vorne sein.
Heute ist Mittwoch, hm?
Ich fühle mit dir. Weil ich es einfach weiß. Weil ich weiß, wie du dich fühlst.
Alles, alles Gute!!
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