Montag, 10. August 2009

#7

so, jetzt noch einmal genau. eigentlich mag ich gerade nicht, aber ich fürchte, wenn ich noch länger warte, schreibe ich zu der aufnahmeprüfung gar nichts mehr. darum jetzt erst mal nur der ablauf: um kurz vor elf kam ich an, ein anderes mädchen saß schon da. als schließlich die prüfer kamen (fünf männer), waren wir sechs mädchen. die prüfer stellten sich kurz vor, dann sollten wir uns mit dem tanzleherer aufwärmen. das war wirklich anstrengend, er brachte uns in windeseile eine kleine choreographie bei, die wir dann vortanzen sollten. anschließend machten wir eine ganz kurze pause, dann ging es ins improvisieren. in zweiergruppen standen wir auf der bühne. mit geschlossenen augen sollten wir uns in einer fantasiesprache unterhalten, nachdem einer der schauspiellehrer uns eine kurze situation schilderte. irgendwann durften wir dann wieder deutsch sprechen und brachten die impro zu einem ende. nachdem wir alle einmal gespielt hatten gingen wir mit dem gesangslehrer in einen kleineren raum, um tonleitern nachzusingen, die er uns auf einem klavier vorspielte. wir machten auch noch ein paar andere gesangsübungen. und danach ging es schon los. wir bekamen eine liste und die erste musste (oder durfte) hinein zu den prüfern. ich war als zweite dran. die ganze zeit über sagten die fünf nichts. ich spielte meine beiden monologe und sang ein lied. nachdem alle fertig waren zogen sich die prüfer zu einer kurzen beratung zurück und holten uns dann alle in den raum. sie sagten, dass sie nur eine ausgewählt hätten, da die klasse schon aus elf personen bestand. dann durften wir gehen.

und obwohl die prüfung mir an manchen stellen richtig spaß gemacht hat (tanzen, imrpo, ein bisschen auch gesang) war ich erleichtert als mein name nicht fiel. ich weiß nicht warum, aber ich atmete richtig durch. vielleicht wäre es ja doch nicht das richtige für mich gewesen? ich bin mir unsicher. nach der erleichterung kam dann aber auch die enttäuschung. wobei ich inzwischen der ansicht bin, dass ich einfach mit dieser art von zurückweisung nicht klargekommen bin. das hat sicherlich maßgeblich zu meinen verspannten beinen beigetragen, wenn auch nicht nur. darüber geredet habe ich noch nicht, unter anderem auch wegen dieser gemischten gefühle. ich weiß einfach noch nicht, was ich davon halten, wie ich darüber urteilen soll.

allerdings hat mir diese prüfung geholfen, diesen beruf um einiges realistischer zu sehen, als ich es mir vielleicht gewünscht hätte. als schauspieler hat man sein leben lang mit zurückweisung und ablehnung zu kämpfen. es ist einfach, jemandem zu raten, es nicht persönlich zu nehmen, wenn man bei einem casting nicht gewählt wird, aber ich kann es nicht. ich frage mich zwangsläufig, was ich falsch gemacht habe, warum ich es nicht geschafft habe. und deswegen muss ich zur zeit sehr viel nachdenken. darüber, ob ich das wirklich machen möchte, wenn schon eine vermeintlich kleine prüfung mich so aus der bahn wirft, ja mir wehtut. ich glaube, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dass ich das nicht kann. das ich nicht hart genug bin, um das zu schaffen. dass ich auch gar nicht so hart sien möchte, dass mir das irgendwann nichts mehr ausmacht.

und dann fand ich durch zufall eine alte mail wieder, am sonntag. darin hatte ich eine andere bloggerin gefragt, wie sie an ihren job als erzieherin kam. diejenigen von euch, die schon länger und vorher bei mir gelesen haben dürften wissen, wie sehr ich kinder schätze und wie gut ich mit ihnen klarkomme. jedenfalls schrieb sie mir damals, dass es inzwischen einen speziellen studiengang dafür gäbe. dieser gedanken spukt nun wieder in meinem kopf herum. besonders, da ich vorhin in meinem kalender, als ich etwas aufschreiben wollte, genau die seite aufschlug, auf der ich universitäten vermerkt hatte, studienbeginn und voraussetzungen. es ist noch ein kleines luftschloss, aber ich denke, diese arbeit könnte mir wirklich freude bringen. vor allem, da man, wenn man das studium abgeschlossen hat, sehr vielfältige möglichkeiten hat. ich muss einfach noch ein bisschen nachdenken und abwägen.

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