Montag, 10. August 2009

#14

ich muss etwas tun. gestern war es dann vorbei. alles brach irgendwie über mir zusammen und ich habe mir selbst versprochen, endlich etwas zu tun. viel zu lange habe ich nicht darüber geredet und nicht darüber gesprochen. nachdem ich mich die letzten tage schon gänzlich verschlossen habe, unter starken stimmungsschwankungen litt und so gut wie gar nicht draußen war, wurde es gestern noch schlimmer. ich lag da, telefonierte mit meinem besten und von der einen auf die andere minute war da nichts mehr. keine gefühle. gar keine. ich kenne das bereits von mir, kannte es anderthalb jahre gar nicht anders, aber gestern wollte ich etwas tun. es konnte mir nicht einmal leid tun, dass ich nichts zu ihm sagen konnte. nichts schönes. nichts liebevolles. und das, obwohl mir so selten die worte fehlen. ich dachte an nichts, lag einfach nur da. es dauerte sicherlich zwei oder drei stunden, bis ich ein wenig lächeln konnte, weil er es irgendwie schaffte, mich dazu zu bringen. wir unterhielten uns darüber, über meine stimmungsschwankungen. darüber, wie schwer es ihm manchmal fällt, das auszuhalten. und für mich ist es keinen deut einfacher. dazu kommt, dass ich immer noch schneide. ich habe niemals wirklich damit aufgehört - und acht jahre sind eine zu lange zeit. ich muss etwas tun. wenn ich wieder in berlin bin, werde ich mich darum kümmern. ich hoffe, dass ich jetzt endlich bereit bin, hilfe anzunehmen. ich hatte viel zu lange das gefühl, meine problemchen seien nicht schlimm genug, um jemanden damit zu behelligen. aber inzwischen leide nicht mehr nur ich darunter, sondern auch mein bester. die kleinste kleinigkeit treibt mich fast um, ich sehe kaum noch eine möglichkeit, die aggressionen während eines streits oder einer auseinandersetzung nicht gegen mich zu richten. dieses gefühl weitet sich in immer mehr bereiche aus und davor habe ich angst. wir haben viel geredet, alles kann und möchte ich hier nicht wiedergeben. ich will damit nur sagen: ich möchte versuchen, offener zu werden, meine mauer zu durchbrechen. auch hier, auf meinem blog. es ist noch nicht zu spät.

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